Was hast du als Kind getan, um geliebt zu werden?

Warum wir lernen, Liebe verdienen zu müssen – ein traumasensibler Blick auf Bindung und Nervensystem

„Ich muss mich nur noch ein bisschen mehr anstrengen, dann werde ich geliebt.“

Natürlich denken wir das als Kind nicht bewusst, aber genau dieses Gefühl entsteht, wenn Liebe, Nähe oder Zuwendung unserer Eltern oder Bezugspersonen an Anpassung, Leistung oder Funktionieren geknüpft sind.

Besonders schwierig wird es, wenn Sicherheit und Verletzung von derselben Bezugsperson ausgehen. Wenn diese Person auf der einen Seite tröstet und Nähe schenkt, und auf der anderen abwertet und Angst auslöst.

Für ein Kind ist dieses Erleben nicht auflösbar, denn es kann seine Eltern nicht einfach verlassen und meist kann es sich auch nicht wehren. Also tut das Nervensystem des Kindes das Klügste, was es tun kann, um die lebensnotwendige Bindung zu seinen Eltern (oder auch nur einem Elternteil) zu sichern:

  • Es passt sich an
  • Es beobachtet Stimmungen, bevor jemand etwas sagt
  • Es stellt die eigenen Bedürfnisse zurück
  • Es übernimmt Verantwortung, die eigentlich nicht seine ist

Viele dieser Strategien waren als Kind überlebenswichtig und oft begleiten sie uns ins Erwachsenenalter, zeigen sich als People Pleasing, übermäßige Verantwortungsübernahme oder Schwierigkeiten, eigene Bedürfnisse ernst zu nehmen:

  • Du vermeidest Konflikte, um die Beziehung und Nähe nicht zu gefährden
  • Du tolerierst Dinge, die dir eigentlich nicht guttun
  • Du glaubst, Liebe müsse verdient werden

Die gute Nachricht ist, dass Bindungsmuster veränderbar sind.

Die Bindungsforschung beschäftigt sich seit vielen Jahrzehnten mit der Frage, wie unsere frühen Beziehungen zu unseren Bezugspersonen unsere emotionale Entwicklung, unser Sicherheitsgefühl und unsere späteren Beziehungen prägen.

Sie beschreibt mit dem Begriff „Earned Secure Attachment“ (erworbene Bindungssicherheit), dass Bindungssicherheit auch später im Leben durch sichere Beziehungen, traumasensible Begleitung und neue Erfahrungen entstehen kann, die unserem Nervensystem zeigen: Ich darf einfach ich sein.

Und genau an diesem Punkt beginnt Heilung. Langsam, aber stetig. Nicht, weil du lernst, dich noch besser anzupassen, sondern weil du erfährst, dass du nichts leisten musst, um liebenswert zu sein.

Vielleicht magst du einmal folgende Fragen für dich bewegen:

  • Was hast du als Kind getan, um Liebe oder Anerkennung zu bekommen?
  • Welche dieser Strategien begleiten dich bis heute?
  • Was würde sich verändern, wenn du dir Liebe und Nähe nicht mehr „verdienen“ müsstest?

Vielleicht hast du dich in diesen Zeilen und den Fragen wiedergefunden?!

Vielleicht verspürst du den Wunsch, manche dieser alten Schutzstrategien besser zu verstehen, um ihnen mit mehr Mitgefühl zu begegnen. Genau dabei begleite ich Menschen in meinen traumasensiblen Coachings.

Gemeinsam erkunden wir behutsam die Muster, die einst wichtig und schützend waren, heute aber vielleicht nicht mehr in gleicher Weise gebraucht werden. Dabei beziehen wir immer auch den Körper und das Nervensystem mit ein, denn nachhaltige Veränderung entsteht selten allein durch Verstehen, sondern vor allem durch neue Erfahrungen von Sicherheit.

Und manchmal braucht es dafür gar kein Coaching. Manchmal ist der erste Schritt eine traumasensible oder ganzheitliche Massage, in der dein Nervensystem für eine Weile loslassen, zur Ruhe kommen und erfahren darf, wie sich Sicherheit im Körper anfühlen kann.

Wenn du spürst, dass dich dieses oder auch ein anderes Thema gerade begleiten, du Fragen hast und dir Unterstützung wünschst, bist du herzlich eingeladen, dir einen Termin oder auch ein Kennenlerngespräch zu buchen.

Ich freu mich auf dich 🩷

Liebe Grüße
Myriam

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