Gestern bin ich vom ersten Modul meiner neuen Fortbildung zurückgekehrt: vier intensive Tage voller neuer Begegnungen mit ganz wunderbaren Menschen, spannender Impulse, tiefgehender Erfahrungen, berührender Verbundenheit, und auch ganz vieler unterschiedlicher Emotionen und Gedanken. Und ich habe endlich wieder Lust, euch zu schreiben.
Seit ich vor einem Jahr in die komplette Selbständigkeit gegangen bin, verspüre ich mehr inneren Druck, Newsletter zu schreiben (weil ja mein Marketinginstrument) und mehr auf Social Media zu posten. Dieser innere Druck hat jedoch dazu geführt, dass ich euch nun seit zwei Monaten gar nicht mehr geschrieben habe (und auch superwenig auf Social Media unterwegs bin), weil es sich gerade nicht so richtig stimmig bzw. authentisch angefühlt hat. Und weil Druck bei mir seit jeher das Gegenteil dessen bewirkt, was es bewirken soll…
Außerdem habe ich gerade oft das Gefühl überflutet zu werden mit Informationen, Texten und Newslettern. Selbst, wenn ich die Arbeit anderer wundervoll und inspirierend finde oder mich zu bestimmten Themen informieren möchte – sobald ein wöchentlicher (oder womöglich noch öfter verschickter) Newsletter eintrudelt, bin ich raus. Es ist eh so viel im Außen los, und ich sehne mich nach mehr Ruhe in meinem Inneren (Stichwort Gedankenkarussell) und Stille im Außen. Und so versuche ich trotz dieses gefühlten Marketing-Drucks, meiner Intuition und meinem eigenen inneren Rhythmus zu folgen.
Zeitgleich sehne ich mich wieder nach mehr Begegnung mit euch, weil ich die letzten Monate ja eine kleine Pause eingelegt habe. Diesen Wunsch höre ich auch immer wieder in Einzelsessions und Massagen, lese es in euren Antworten: reale Begegnung mit anderen feinfühligen, sensiblen, viel wahrnehmenden Menschen.
Räume, in denen sich Menschen begegnen können, selbst, wenn Gruppenkontexte vielleicht ängstigen oder Stress auslösen.
Diese Diskrepanz darf da sein:
Abwehr und Sehnsucht nach Verbundenheit mit anderen.
Angst vor und Wunsch nach Begegnung.
Wir haben auf dem Seminar, in dem es um Leitung von Gruppen geht, viel über Verdauungsräume und Heilungsbiotope gesprochen. Und ich glaube, das ist, was wir alle gerade mehr denn je brauchen in diesen herausfordernden Zeiten:
Räume, in denen all die Themen und Dinge, die uns beschäftigen und umtreiben, in uns erst einmal in Ruhe verdaut werden dürfen. In denen wir nicht noch mehr aufnehmen müssen, sondern vielleicht sogar ein bisschen abgeben dürfen.
Gerade für fein fühlende Menschen scheint mir das besonders relevant zu sein, denn die mit besonderer Sensibilität oft einhergehende Wahrnehmungsstärke bedeutet ja unter anderem, dass Umweltreize intensiver oder differenzierter wahrgenommen und verarbeitet werden. Wenn also schon so viel von außen in unserem Inneren ankommt, ist der Wunsch nach Ruhe und Rückzug sehr verständlich.
Und dennoch bedeutet dieses Ruhebedürfnis nicht unbedingt Alleinsein oder Rückzug, sondern eine Form von Verbundenheit mit anderen Menschen, die uns nicht zusätzlich überflutet und anstrengt, sondern entlastet:
- Mit Menschen, bei denen wir uns nicht erklären müssen
- In Räumen, in denen auch Stille da sein darf
- Durch Begegnungen, in denen wir nicht funktionieren müssen
Und was ich in diesem Kontext noch relevant finde, ist, dass wir lernen dürfen, wahrzunehmen, was wir im Moment wirklich brauchen und dies auch äußern zu dürfen.
Manchmal spüren wir nämlich gar nicht so genau, was wir gerade wirklich brauchen, und es braucht einen Moment, bis aus diesem diffusen Gefühl ein klares Bedürfnis wird.
Und daher tun uns Räume gut, in denen wir auch unseren Körper wahrnehmen und neugierig hinspüren dürfen:
- Wie geht es mir eigentlich gerade wirklich?
- Was würde mir jetzt, in diesem Moment, wahrhaft guttun?
- Brauche ich gerade eher Nähe oder etwas mehr Abstand?
- Täte mir momentan Ruhe oder Austausch gut? Oder beides?
- Möchte ich meinen Körper bewegen oder einfach sitzen und ausruhen?
Lasst uns gemeinsam in Ruhe lauschen und Antworten finden.
Denn genau dafür möchte ich in meinen Begegnungsräumen Raum geben.
Und ich wünsche mir sehr, dass du dich in diesen Räumen wohlfühlst, dass du dich erholen und entspannen darfst, dir Gutes tun, dich austauschen, in Stille sein, hinfühlen darfst…
Für all das ist Raum und Zeit 🩷

