Du bist nicht zu langsam. Dein Nervensystem hat sein eigenes Tempo.

In meinen Coachingsitzungen höre ich folgende Sätze immer wieder:

„Ich komme viel zu langsam voran, obwohl ich schon so viel gemacht habe und mache. Warum dauert das ausgerechnet bei mir soooo lange?“

„Eigentlich müsste ich doch längst weiter sein in meinem Heilungsprozess. Ich habe echt das Gefühl, auf der Stelle zu treten.“

Und vielleicht kennst du diese Gedanken auch?! Mir jedenfalls kommen sie ziemlich bekannt vor. Denn viele Jahre habe auch ich mich immer wieder gefragt, warum ich so lange Therapie gemacht, an Seminaren teilgenommen, Coachingfragen reflektiert, mich mit all meinen Themen auseinandergesetzt, gefühlt jeden Stein umgedreht habe – und trotzdem lange das Gefühl hatte, dass sich nichts bzw. sehr wenig verändert. Oder dass ich trotzdem immer wieder in alte Muster zurückfalle.

Wenn wir beginnen, uns mit uns selbst zu beschäftigen, alte Muster zu erkennen, Zusammenhänge zu verstehen, entsteht oft die Erwartung, dass sich nun auch schnell etwas verändert. Dass Erkenntnis automatisch zu Entwicklung führt und dass Heilung dann sichtbar und zügig vorangehen MUSS.

Doch unser Nervensystem funktioniert nicht über Effizienz, sondern über Sicherheit. Im Sinne von: „Bin ich sicher genug für den nächsten kleinen Schritt?“

Wenn frühe Erfahrungen wie Unsicherheit, Anpassung oder Überforderung in unserem System gespeichert sind, dann brauchen Entwicklung und Veränderung Zeit. Und zwar nicht, weil du versagst, sondern weil dein Nervensystem dich schützen möchte.

Was wir oft als „zu langsam“ bewerten, ist in Wahrheit Regulation, Integration und Stabilisierung. Und Heilung zeigt sich selten in großen Durchbrüchen, sondern in teilweise winzig kleinen, aber konstanten Schritten.

Und wahrscheinlich bemerkst du die Schritte, die du bereits gegangen bist, wenn du bewusst zurückblickst, wie du vor mehreren Jahren, vor einem Jahr oder auch vor drei Monaten in gewissen Situationen noch reagiert hättest.

Vielleicht….

  • …bemerkst du heute früher, wenn dich etwas überfordert (und wärst früher einfach darüber hinweg gegangen)
  • …sagst ein vorsichtiges „Nein“, wo du früher automatisch „Ja“ gesagt hättest.
  • …gehst du schlafen, wenn du erschöpft bist, obwohl noch Dinge getan werden könnten
  • …atmest du einmal bewusst durch, bevor du antwortest, weil du weißt, dass du dir Zeit nehmen darfst

All das sind kleine Schritte deines Nervensystems, die Zeit brauchten und integriert werden wollten. 

Wir leben in einer Welt, die Tempo belohnt, aber innere Entwicklung folgt einem anderen, einem organischen, manchmal zyklischen und immer wieder kaum sichtbaren Rhythmus.

Und vielleicht magst du einmal kurz innehalten und dich fragen:

  • Wo bin ich in Wahrheit schon weiter, als ich mir zugestehe?
  • Welche kleinen Schritte habe ich in den letzten Monaten gemacht?
  • Was würde passieren, wenn ich mir mein eigenes Tempo erlaube, und zwar ohne mich mit anderen zu vergleichen?

Das sind Schritte der Entlastung, der Selbstfürsorge und des Selbstmitgefühls. Und soo wichtig 🩷

Daher möchte ich dir gerne zum Abschluss meiner Zeilen nochmals Folgendes mitgeben: Du bist nicht zu langsam, sondern du bist in deinem ganz eigenen und persönlichen Tempo unterwegs.


In meinen 1:1-Begleitungen und Gruppen, arbeiten wir genau so: Nicht schneller, sondern sicherer. Dein Tempo ist willkommen. Deine Pausen. Und deine Zweifel ebenso.

Wenn du dir Begleitung wünschst, die dein Nervensystem mitdenkt, findest du alle Informationen zu meinen Angeboten auf meiner Webseite: myriamfilz.com/fokus/

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